Studienfahrt Finanz­metropole Frankfurt

Sonntag 11.10.2015 – 17:00 Uhr

Später Sonntagnachmittag auf dem Hamburger Hbf. Menschentrauben auf Gleis 14. Auch darunter: Die Klasse B 14/41 der BS 11 St.Pauli. 24 junge Bankauszubildende mit ihrem Klassenlehrer Herrn Held, die sich auf den Weg in Deutschlands (und Europas) Bankenhauptstadt Frankfurt machen. Gedränge beim Einsteigen – dann hat jeder seinen reservierten Platz. Der Zug startet schon in HH mit Verspätung – in Hannover wegen Umweg über Bremen – sind es 90 Minuten. Wir sollten eigentlich schon beinahe in Frankfurt sein – sind aber erst in Hannover. Die Stimmung trotzdem entspannt.

Ankunft in Frankfurt Hbf also 90 Minuten später als geplant gegen 22.30 Uhr. Bei einigen von uns knurrt der Magen – schnell nochmal zu McDonalds. Auch wenn keine Zeit mehr bleibt, das Wechselgeld einzufordern. Denn die Linie 46, die uns ans Deutschherrnufer ins Haus der Jugend bringen soll, wartet schon auf dem Bahnhofsvorplatz.

Wir sind der Bus: 24 junge Leute mit Gepäck – da bleibt nicht mehr allzu viel Platz übrig. Während der Fahrt zum Mainufer schon einmal erste Blicke auf die nächtliche Skyline Frankfurts. Ist das der Maintower ? Ja, der Turm hinter der Coba.

An der Rezeption im Haus der Jugend empfängt man uns freundlich und mit Nachsicht: Die DB sorgt immer wieder für Überraschungen! Die Zimmer werden aufgeteilt, jeder erhält eine Zimmerkarte – jetzt sind wir da!

Montag 12.10.2015 – 8:30 Uhr

Ganz gut geschlafen – jeden falls die meisten! Das Frühstück in der Jugendherberge ist okay. Kann man eigentlich nicht meckern.

Um 9.15 Uhr Start zu Fuss zur Bundesbank. Herrliches Herbstwetter, blauer Himmel, die Bankentürme glänzen in der Morgensonne. Zur Überquerung des Mains nehmen wir den Eisernen Steg – offenbar die Bücke der Verliebten – jedenfalls jede Menge Schlösser am stählernen Geländer. Stopp für ein Klassenbild vor Skyline.

Nach einer halben Stunde Fußweg erreichen wir die Vortragsräume der Bundesbank in der Innenstadt. Historischer Raum, in dem wir Platz nehmen: Man sagt uns, dass hier die Verhandlungen der Finanzminister zur Wiedervereinigung stattgefunden haben. Dann: Interessanter Vortrag zur Geldpolitik mit neuen Impulsen. Einige von uns beteiligen sich rege. Führt dazu, dass die Gruppe mehrere Male Lob der Referentin erhält: Eine sehr informierte Gruppe heute.

12.00 Uhr. Mittagspause. Wir schlendern in Gruppen durch die geschäftigen Straßen Frankfurt. Business ist spürbar: In der Innenstadt während der Mittagszeit überall dunkle Anzüge, edler Zwirn: Eben Finanzmetropole.

Vor der Frankfurter Börse
Vor der Frankfurter Börse

14.00 Uhr. Besuch der Börse. Ausweiskontrolle. Spannung: Wie sieht die Börse von drinnen wirklich aus? Auf der Empore Kameras verschiedener Fernsehsender; aber im Handelsraum sitzen die Händler überraschenderweise fast entspannt an ihren Bildschirmen. Von Hektik ist im Moment nicht viel zu sehen.

Der Vortrag eines kompetenten Referenten informiert über Geschichte und Funktionsweise der Börse, Handelssysteme, Kursfeststellung. Insgesamt ein lohnender Besuch. Vor der Börse das obligatorische Foto mit Bulle und Bär.

17.45 Uhr Maintower. Der Aufzug benötigt nicht sehr lange für die – sagen wir mal – round about 50 Stockwerke (oder 180 Meter). Druck auf den Ohren. Dann auf der Plattform: Zwischen den Türmen, die Stadt, der Fluss unter uns, in der Ferne die Hügel des Taunus. Fotos, natürlich. Der tägliche Wetterbericht des Hessischen Rundfunks beginnt. Uns wird es dann doch zu windig.

20.00 Uhr Apfelweinwirtschaft Wagner in Sachenhausen. Einige von uns sind tagsüber nahezu 15 km gelaufen, wollten nach den Veranstaltungen die Stadt noch besser kennenlernen, sich treiben lassen… Da passt die Hausmannskost im Wagner. Ziemlich was los hier. Die Holzbänke restlos besetzt; gut dass wir reserviert haben. Der Apfelwein, den es im 5 Liter Krug (Bembel) auf den Tisch gibt, schmeckt nicht allen, gehört aber dazu. Die Stimmung ist bestens. Das zeigt: Frankfurt ist nicht nur Business sondern kann auch gemütlich sein. So gegen 22.00 Uhr verlassen wir den Wagner. Der Rest des Abends: Privatvergnügen

Dienstag, 13.10.2015 – 8:00 Uhr

Kaum zu glauben: Alle haben es geschafft und sitzen am Frühstückstisch. Um 8.30 ist – nach dem check-out – Aufbruch.

Über den Dächern der Finanzmetropole
Über den Dächern der Finanzmetropole

Es wartet noch einiges auf uns: Europäische Zentralbank, Frankfurter Allgemeine Zeitung und ein historischer Stadtrundgang mit Römer, Dom und Goethehaus. Endpunkt der Führung: Coba-Tower sowie dessen Lobby. Und gegenüber: Das altehrwürdige Luxushotel Frankfurter Hof (wäre vielleicht doch eine Nummer zu groß gewesen für uns).

17.30 Uhr: Wieder mit Gepäck auf Gleis 8 im Frankfurter Hbf – diesmal andere Richtung. Ganz schön was los hier. 17.58 Uhr: Der ICE schlängelt sich pünktlich aus dem grauen Nichts. Alle haben ihre Plätze. Gefühlt gar nicht so viel später: Gegen 21.30 Uhr Elbbrücken. Wieder zuhause. Und: 100% pünktlich.

Manch einer ist fast ein bisschen traurig. War gut die Reise.

Kurze Schüler-Statements:

  • „In 2 Tagen viel gelaufen und viel von der Stadt gesehen“
  • „Hostel gut – super zentrale Lage“
  • „Klasse, dass wir das Programm selbst gestalten konnten“
  • „Tolle Aussicht vom Maintower“
  • „Interessanter Vortrag an der Börse“
  • „Stadtführung lohnt sich – besonderer Tipp: Bitter und Zart“
  • „Leckeres Essen im Wagner“
  • „ Der Bundesbankvortrag zeigte uns, wie Geldpolitik in der Praxis umgesetzt wird.“
  • „Toll, dass wir uns alle noch mal besser kennengelernt haben!“

[Bericht: Frank Held, Fotos: Joonas Fittschen]