#NEXT | Digitale Sucht | 16. Mai 2018

Auftaktveranstaltung zu #next – eine Ringvorlesung an der BS 11 mit vielen spannenden Veranstaltungen zu allen relevanten Themen einer widersprüchlichen Gegenwart und verheißungsvollen Zukunft.

Smartphone
und Internet

Das sind die Schülermeinungen

16. Mai 2018, 9:30 h.  Die Aula füllt sich. Immer mehr Auszubildende, Migrant*innen und Gymnasiast*innen, aber auch Lehrer*innen versuchen, sich einen noch freien Stuhl zu ergattern. Denn heute geht es um die digitalen Welten in all ihren Erscheinungsformen. Vor allem jedoch um den Gebrauch von Smartphones mit allen damit verbundenen Segnungen und Abgründen.

Digitale Medien – ein Thema, was jeden im Publikum tagtäglich berührt.

Und endlich ist es soweit. Die Veranstaltung kann beginnen. Thomas Feibel ist heute unser Gast aus Berlin. Thomas ist ein bundesweit bekannter, preisgekrönter und häufig nachgefragter Journalist und Buchautor, der mit seinem Fachbuch: Jetzt pack doch mal das Handy weg! Keinen besseren Titel finden konnte, für das, was im Unterricht nicht gerade selten zu hören ist.

Die Stolpersteine und Gefahrenquellen im Internet sind vielfältig und selbst für Fachleute oft kaum zu erkennen.

Thomas beginnt den Vortrag mit einem kurzen Rückblick auf die letzten Jahre der rasanten Entwicklung digitaler Kommunikations- und Unterhaltungstechnik. Viele können sich ein Leben ohne Internet, Google, Facebook und netflix gar nicht mehr vorstellen. Eltern, Lehrer*innen und andere, die sich noch an ein Leben vor der totalen Digitalisierung erinnern können, sind emsig bemüht, nicht den Anschluss an neue Produkte der Hard- und Software zu verlieren.

P. Schünemann (Versicherungsabteilung) macht eine ebenso kritische wie interessante Anmerkung zur Fragestellung. Mehr dazu: Klick auf das Bild!

Neben neuen finanziellen Herausforderungen gilt es auch, auf das ständig wachsende Suchtpotential bewusst und kritisch reagieren zu können. Aber wie? Sollen wir – wie in Frankreich von Präsident Macron empfohlen – alle Handys während der Unterrichtszeit verbieten und einschließen lassen? Oder jede Unterrichtsstunde komplett durchdigitalisieren? Und was ist mit der Sicherheit unserer Daten? Wie viele Facebook Skandale werden noch folgen? Unser Experte verweist auf die Komplexität dieser drängenden Fragestellungen, ohne eine allgemeingültige Antwort geben zu können. Wichtiger ist es seiner Meinung nach, basierend auf einer ständig aktualisierten Medienkompetenz, gemeinsam passgenaue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln, die dem jeweiligen sozialen Setting gerecht werden können. Gleichzeitig darf man nicht müde werden, auf die Notwendigkeit eines sparsamen und bewussten Umgangs mit privaten und intimen Informationen hinzuweisen.

Die Schülervertreter Laurence Zoder und Marie Thurow moderieren engagiert die Podiumsdiskussion unter Einbeziehung des Publikums.

Im zweiten Teil der Veranstaltung vertieft eine von Laurence Zoder und Marie Thurow (beide aus der VS 20/2) moderierte Podiumsdiskussion nicht nur die von Thomas Feibel referierten Themen, sondern es werden auch vor allem Fragen und Beiträge aus dem Publikum gesammelt. Ein Schüler verweist zum Beispiel auf sein Experiment, auf den Konsum digitaler Medien fast ganz zu verzichten. Für andere ist klar, dass das gerade nicht geht, weil ja auch immer mehr Jobs davon anhängen, wie man digital aufgestellt und international vernetzt ist. Die Gefahr, digital gemobbt zu werden, wird jedoch von allen geteilt. Nun: Ganz schnell sind die neunzig Minuten unserer Veranstaltung um und alle sind gespannt auf die nächste Runde unseres #next an der BS11.

Das Wichtigste wie immer zum Schluss: Ohne die Unterstützung unseres hilfsbereiten Hausmeisters, unseres versierten Computertechnikers, unseres kompetenten Fotografen und Websitefachmanns, unserer vorausdenkenden Organisatorin der Ringvorlesung an unserer BS 11 und natürlich unseres großzügigen Schulleiters wäre all dies nicht zustande gekommen. Besten Dank!

Smartphone-Variante
und Desktop-Variante der BS11 Homepage. Sollte man die Smartphone-Nutzung im Schulalltag verbieten ? Tja, da wird’s schwierig.

Und hier nun – ganz zum Schluss – eine Umfrage mit 3 Fragen zur Nutzung von digitalen Medien, die wir in verschiedenen Klassen im Anschluss an die Veranstaltung durchgeführt haben . Wir haben aus den vielen Antworten einige typische Meinungen rausgefiltert und sie in jeweils 3 Bewertungskategorien aufgeteilt. Die Menge der hier aufgeführten Beiträge innerhalb dieser Bewertungskategorien entspricht in etwa dem Gesamtbild der Meinungen. Und nun urteilt selber, was ihr von den Fragen und den Antworten haltet. Schreibt Eure Meinung an die Web-Redaktion. Wir werden das Thema in einer der nächsten Veranstaltungen aufgreifen und mit einem hoch kompetenten und streitbaren Autor fortsetzen. Und dabei Eure Wünsche berücksichtigen.

Könntest du dir eine gewisse Zeitspanne ganz ohne Internet und Smartphone vorstellen? Wenn ja, wie lange maximal? Was würdest du mit der gewonnenen Zeit anfangen?
  • Eher kein Verzicht
  • Vorstellen ja, aber ich möchte es nicht, da Handys viele Vorteile haben und trotz Handy bin ich in der Lage, immer noch Dinge mündlich zu kommunizieren und weiß, wann es angebracht ist, mein Handy zur Seite zu legen.
  • Nein, das Smartphone ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens, nicht nur um „rumzudaddeln“, sondern um sich zu vernetzen. Man verabredet sich und vor allem bespricht man Schulsachen und Hausaufgaben.
  • Zeitweiser Verzicht möglich
  • Ja, wenn ich Zeit mit Freunden verbringe oder im Urlaub bin, nutzte ich das Smartphone sehr wenig bis gar nicht.
  • Ja, ich könnte 12 Stunden auf mein Handy und Internet verichten. Ich würde mich mehr mit anderen Menschen unterhalten und Sport treiben.
  • Ja, kann ich mir vorstellen und habe ich auch schon gemacht. Im Rahmen eines Urlaubes etc., wenn Familie und Freunde bei einem sind, ist es kein Problem, ein paar Tage auf das Interent zu verzichten. So kann man viel besser Dinge unternehmen und die Zeit genießen.
  • Ja, für 2 Wochen. Die gewonnen Zeit kann ich für Hobbys nutzen … oder um die Freizeit mit Freunden zu verbringen oder um Dinge zu erledigen, die man sonst aufschiebt (z.B. Ausmisten).
  • Ja, ca. eine Zeitspann von 2 Wochen, z.B. im Urlaub. Dann könnte man sich einmal richtig entspannen ohne äußere Einflüsse. Eventuell kann man gewisse Dinge besser genießen ohne Handy. Konzerte erlebe ich manchmal auch ohne Handy, so hat man es ganz andere in Erinnerung.
  • Ja, so bis zu 5 Stunden. Ich würde einfach trainieren, etwas kochen, für die Schule lernen, das Zimmer aufräumen und einkaufen gehen.
  • Ja auf jeden fall. Wie lange, weiß ich nicht genau. Es kommt darauf an ,…Im Urlaub kann man fast komplett auf das Handy verzichten… In der gewonnenen Zeit würd eich Sport machen oder mit der Familie Gespräche führen.
  • Ich könnte mir eine Zeitspanne von einer Woche ganz ohne Internet vorstellen, da ich diese Woche schon experimentiert hab. Ich habe während dieser Woche mehr Zeit für mich gehabt, … für die Arbeit und zu Hause, auch mehr Zeit zum Lernen und Lesen …
  • Ich habe ein Tag komplett ohne Internet gelebt. Es war anstrengend. Nichstdestoweniger habe ich überlebt! In diesem Zeitraum hatte ich die Wohnung aufgeräumt und ein Buch, das ich angefangen hatte, weiter gelesen.
  • Ein paar Tage ohen Smartphone und Internet würden mir nichts ausmachen, aber für mehr als eine Woche nicht, weil man mit anderen personen in Kontakt bleiben will und man bei Notfällen ich ein Handy parat haben sollte.
  • Verzicht möglich
  • Ich könnte mir sogar vorstellen, meine Handynutzung komplett zu streichen, weil man sich mit dieser gewonnenen Zeit mit wesentlichen Dingen im Leben beschäftigen kann. Außerdem lehnen wir dadurch fremdbestimmte Handlungen ab, z.B. bei einer Recherche im Internet und orientieren uns an einer selbstbestimmten Handlung, z.B. seinen eigenen Verstand benutzen.
  • Resumée Frage 1
    Für die allermeisten wäre ein zeitweiser Verzicht auf das Handy durchaus denkbar. Dabei sind die Zeitspannen sehr unterschiedlich – von ein paar Stunden bis ein paar Tage. Was wirklich überrascht: Fast alle schreiben, sie könnten auf ein Handy im Urlaub verzichten, ja es würde sogar die Lebensqualität erhöhen, aber kaum einer kann sich den beruflichen/schulischen Alltag ohne Handy vorstellen.
Mit welchen Medien kannst du effektiver lernen und das Gelernte besser behalten : mit Printmedien (Bücher, Schulbücher, Zeitschriften, Zeitungen etc) oder mit Digitalen Medien (Tablet, Smartphone, Internet)? Oder mit beidem gleich gut?
  • Eher Printmedien
  • Mit digitalen Medien kann ich nicht lernen. Nur mit Büchern.
  • Ich kann besser mit Printmedien lernen, da ich dort Papier in der Hand habe und es etwas Tatsächliches ist.
  • Ich kann effektiver mit Büchern, Schulbüchern, Zeitschriften, Zeitungen etc lernen als mit digitalen Medien.
  • Effektiver lernen kann ich mit Printmedien, vor allem selbst nieder geschrieben Informationen.
  • Mit Printmedien, da Markierungen zur Filterung wichtiger Textstellen für mein Textverständnis essentiell sind.
  • Eher digitale Medien
  • Im Internet werden z.B. die wesentlichen Inhalte von diveresen Themen präsentoiert, wodurch die Inhalte dem Zuschauer kompakt und komfortabel veranschaulicht werden.
  • Mit dem Internet, da es viele Lernvideos gibt. In diesen Videos wird Spaß/Interesse mit Lernen verbunden.
  • Mit digitalen Medien. Sie sind interaktiv und bieten so mehr Möglichkeiten an.
  • Am Besten kann ich mit digitalen medien arbeiten. Digital ist alles flexibler und schneller.
  • Mit digitalen Medien: Schnellerer Zugriff, spart Zeit, flexibler.
  • Natürliuch mit digitalen Medien, denn alles, was man auf Printmedien findet, findet man auch im Internet. Außerdem ist es einfach, zu kontrollieren.
  • Digital, da man schnelle etwas abspeichern kann über Notizen oder Word und es somit immer dabei hat. Außerdem sind Lerntutoriales oftmals hilfreich.
  • Beide Medien parallel
  • Ich kann mit beiden Medien effektiv lernen. Verstehe ich jedoch den Lernstoff nicht in den Printmedien, so hole ich mir Unterstüttzzung von digitalen Medien
  • Ich kann mit beiden Medien gut lernen. Ein positiver Aspekt an Printmedien ist, dass man Sachen besser markieren kann oder auch Notizen daneben machen kann.
  • Mit sehr guten Schulbüchern kann ich sehr gut lernen. Ansonsten besser mit digitalen Medien.
  • Digital hilft beim Suchen von Informationen. Aber ich muss das handschriftlich aufschreiben.
  • Ich kann mit beiden Medien lernen. Beide Medien haben ihre positiven und negativen Aspekte.
  • Mit Beidem. Denn man brauch erstmal eine Idee vom Schulbuch, damit man sie durch recherche im Internet erweitern kann.
  • Ich benutze in der Regel meine Materialien aus dem Unterricht unn schaue bei Unklarheiten im Internet nach.
  • Am besten lerne ich, wenn ich zuresrt einenText lese, Notizen mache und dann Videos gucke.
  • Das Gelernte am Besten behalten kann man, indem man sich Lernzettel macht und diese Verschriftlichung in den Händen hält. Um Recherche dazu zu betreiben, nutze ich das Internet.
  • Resumée Frage 2
    Knapp 1/3 arbeitet nur vorwiegend digital, knapp 1/3 mit Printmedien, die meisten nutzen beide Medien parallel. Interessant: Die meisten benötigen trotz wachsender Digitalisierung das geschriebene oder gedruckte Wort, um effektiv und nachhaltig lernen zu können.
Sollte man ein generelles Handyverbot für den gesamten Schulalltag auch bei uns durchsetzen? Begründe kurz deine Meinung!
  • Aktueller Hintergrund dieser Frage: In Frankreich hat man festgestellt, dass viele junge Leute zu viel Zeit mit Smartphonespielerei verplempern, und dadurch immer weniger Zeit für solche Tätigkeiten haben, die ihre Persönlichkeit wirklich weiterbringen. Deswegen hat die Regierung unter Macron angeordnet, dass alle Handys vor Unterrichtsbeginn eingesammelt werden und alle Schulen sich verpflichten, mehr kreative Aktivitäten anzubieten (z.B. Schulchor). Gegen den Widerstand vieler Schüler, Eltern, aber auch Schulleitungen setzt die Regierung Macron diesen Plan gnadenlos durch.
  • Für ein Verbot
  • Ich würde einem generellen Handyverbot an Schulen zustimmen, weil die Schüler dadurch lernen, ihren eigenen Verstand zu benutzen, statt alles im Interent nachzusuchen.
  • Ja, man sollte ein generelles Handyverbot auch bei uns daurchsetzen, damit die Schüler sich mehr konzentrieren, sich auch mit den Mitschülern besser unterhalten können und in der pause nicht alle auf die Handy gucken.
  • Ich finde, es würde vielen Schülern helfen, aber es wäre schon eine harte Umsteuerung.
  • Gegen ein Verbot
  • Nein, meiner Meinung nach wird eine Person, die lernen möchte, auch lernen trotz Handyablenkung.
  • Nein, weil man in diesem Jahrhundert ein Handy braucht.
  • Nein, da Handybenutzung den Unterricht fördert.
  • Nein, weil ein Mobiltelefon zum Alltag aller Menschen geworden ist.
  • Nein, da das Smartphone eine schnelle und unkomplizierte Methode zur Ergänzung des Unterrichts ist. Besondern während Gruppenarbeiten etc. Außerdem bietet das Internet durchaus Möglichkeiten zur Bildung und Persönlichkeitsentwicklung.
  • Nein, es gibt manchmal Notfälle.
  • Nein, weil es wichtig ist, dass Kinder aus freiem Willen ihre Handy beiseite legen. Denn auch im späteren Leben wird es Situationen geben, in denen sie das tun müssen.
  • Statt Handyverbot ist es viel besser, wenn man den Unterricht attraktiver gestaltet, so dass die Schüler sich nicht mehr ablenken lassen.
  • Nein, ich fände deutlich progressiver, mit der Digitalisierung umzugehen und nicht so zu tun, als existieren sie nicht. Man sollte z.B. Informatik als Pflichtfach einführen, da man nunmal die Zukunft eines Landes unterrichtet und die Zukunft nicht ohne Digitalsierung sein wird.
  • Nein, jeder Mensch ist selbst verantwortlich, um das Handy angemessen zu benutzen. Jeder Mensch soll Selbstdisziplin lernen.
  • Nein, das Handy ist Eigentum der einzelnen Person und solte nciht einfach entwendet werden. Außerdem halte ich es für sinnvoller, Schülern von Anfang an den richtigen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Smartphoen zu lehrern.
  • Nein! Smartphones werden auch im Unetrricht genutzt und das Internet ist esxtrem hilfreich zur schnllen Informationsbeschaffung.
  • Nein, da die Welt sich heute verändert hat udn Handy auch im Unterricht für Gruppenaufgaben, Gesetzestexte, Referate sehr hilfreich sind. Darüber hinaus sollte Schülern der richtige Umgang mit Smartphones und Tablets beigebracht wrden. Dies kam in meiner bisherigen Schullaufbahn zu kurz, insbesondere in Hinblick auf die vielen technisch orientierten Berufe heutzutage.
  • Für ein eingeschränktes Verbot
  • Während der Unterrichtstsunde würde ich ein generelles Handyverbot einführen, aber in den Pausen nicht.
  • Man könnte die Handy nur im Unterricht einsammeln.
  • Im Unterricht sollte das Handy ausbleiben, allerdings sehe ich keinen Grud, Handy in den Pausen zu verbieten.
  • Ein Handyverbot sollte nicht schulweise, sondern klassenweise gemacht werden. Warum ein generelles Verbot, wenn keine Probleme auftauchen.
  • Noch eine undogmatische, aber „ehrliche“ Meinung
  • Um ehrlich zu sein, hoffe ich auf kein Handyverbot auf unserer Schule, aber ich glaube, das würde mir zur Zeit echt helfen, wenn so ein Verbot käme und durchgesetzt wird. Es würde mir helfen, mich wieder richtig zu konzentrieren und mit meinen Mitschülern zu kommunizieren.
  • Resumée Frage 3
    Die Tendenz ist eindeutig. Fast alle SuS wenden sich gegen ein Handyverbot an der Schule. Die Argumente reichen von „sinnvolles Rechercheinstrument für den Unterricht“ bis hin zu „Kommunikation für den Notfall“. Wenige plädieren für ein eingeschränktes Verbot (z.B. nur für die Unterrichtsstunden selber), sehr wenige stimmen für ein absolutes Verbot. Aber es auch immer wieder zu lesen, dass der sichere Umgang mit dem Smartphone trainiert werden sollte.

[Beitrag von:  Hubert Sowa und Raimund Losse]