Känguru(Mathe)­wettbewerb in Zeiten von Corona

»Ferien verlängert!«, war der erste Gedanke, der mir und vielen anderen Schülern|innen am 15.03.2020 eingefallen ist. Doch jetzt sind die meisten der Meinung, dass sich die Quarantäne wegen der genommenen Freiheit wie gar keine Ferien anfühlt. Überrascht waren viele, als gesagt wurde, dass der Unterricht während der Isolation online stattfinde. Das isolierte Leben hat viele zum Nachdenken gebracht. Gesundheit, Freiheit und Sicherheit sind hierbei nicht die einzigen Themen, über die wir uns diese Tage Gedanken machen, sondern auch Familie, Freunde und Menschen, die in unserem Leben eine wichtige Rolle spielen. Dazu gehören unter anderem auch LehrerInnen, für deren wichtige Anwesenheit und Hilfe man kaum dankbar ist. »Ich suche schon Online-Nachhilfelehrer.«, sagte eine Schülerin, nachdem sie nur zwei Online-Konferenzen verpasst hat. Dabei ist sie nicht die Einzige, die in dieser Zeit mit dem selbstständigen Lernen ohne Lehrer|innen Schwierigkeiten bekommen hat.

Dass ein bundesweit geplanter Känguruwettbewerb in Mathematik überhaupt stattfinden kann, hat sich keiner von uns am 15 März vorgestellt. Die digitale Durchführung des Känguruwettbewerbs hat sich auf uns unterschiedlich ausgewirkt. Dabei waren manche gestresst, nachdem sie gehört haben, dass der Wettbewerb jetzt online stattfindet. Im Gegensatz dazu ist der Online-Känguruwettbewerb für viele auch eine interessante Erfahrung gewesen. »Es war etwas Neues und alles hat gut geklappt.«, sagte einer, der ohne technische Probleme die Fragen beantworten konnte. Eine andere Schülerin gab an, dass sie sich mit der Sorge um Technik nicht richtig habe konzentrieren können. Der Känguruwettbewerb ist wie eine zukünftige Erfahrung gewesen, die wir ohne Zeitmaschine in Gegenwart sammeln durften. Unmöglich wäre dieses Erlebnis für uns natürlich ohne einen organisierten Menschen, der uns Schritt für Schritt dabei unterstützt, mit der Technik klarzukommen. Für diesen besonderen Lehrer formuliert hier Zsolt (BG 21/3): »Der Online-Wettbewerb, der von unserem hochtechnisch begabten Mathelehrer durchgeführt wurde, erbrachte meiner Meinung nach viel Freude am Online-Unterricht für alle Beteiligten. Die gut strukturierte Durchführung und der Arbeitsaufwand, der für dieses Projekt investiert wurde, haben sich ausgezahlt. Ich bin wiederholt dankbar, an so einem tollen Unterricht und dem Mathewettbewerb über eine Online-Applikation, mit meinem sehr geschätzten Mathelehrer teilzunehmen.«

Die Digitalisierung hat uns heutzutage solche Möglichkeiten gegeben, jedoch stellt sich hier die Frage: »Würde der Mensch im Alltag in der digitalen Zukunft so einsam und isoliert aussehen?«

Sorour Keramat stellvertretend für die BG 21/3


Für uns als Lehrkräfte sind die letzten Wochen besonders herausfordernd und spannend gewesen. Das Coronavirus hat unseren Alltag auf den Kopf gestellt. In den letzten Wochen habe ich mit Schülerinnen und Schülern die Teilnahme am Känguruwettbewerb in Mathematik geplant. Fast 30 Lernende wollten an diesem Wettbewerb teilnehmen. Die Durchführung in der Schule ist durch das Coronavirus nicht mehr möglich gewesen. Wir brauchten also eine kreative Lösung, um die Teilnahme trotzdem zu ermöglichen. Das war mir besonders wichtig, weil es mal eine Abwechslung zum klassischen Unterricht ist und sich viele Schülerinnen und Schüler auf den Wettbewerb wirklich gefreut hatten.

Wir planten also eine Durchführung in einer Online-Konferenz. Die Schülerinnen und Schüler wählten sich mit ihren Smartphones ein und hatten einen digitalen Lösungszettel vor sich. An einem PC oder Tablet wählten sich die Teilnehmenden in ein Prüfungsprogramm ein, wo der Abruf der Aufgaben ermöglicht wurde. Das Programm ist so gestaltet, dass ein Verlassen nicht möglich ist. Dadurch waren die Bedingungen für einen wirklichen Wettbewerb gegeben. Durch die Online-Konferenz konnte man sicherstellen, dass es keine Hilfe von Dritten gab. Überall diese digitalen Voraussetzungen zu schaffen, war nicht immer einfach und für einige Teilnehmenden sicher auch eine Herausforderung.

Nach der Durchführung war ich wirklich positiv überrascht, da es nur sehr wenige technische Zwischenfälle gab. Selbst diese kleinen Hürden konnten in wenigen Minuten gelöst werden. Es war wirklich toll zu sehen, wie kreative Ideen eine Lösung selbst unter schwierigsten Umständen ermöglichten. Letztlich war dabei die Digitalisierung der Schlüssel zum Erfolg. Nur durch neuartige Programme und Tools können wir unsere Schülerinnen und Schüler auch in dieser herausfordernden Zeit begleiten und ein Stück weit den schulischen Alltag in die digitale Welt überführen. Zum Gelingen tragen dabei insbesondere die Schülerinnen und Schüler bei, die sich auf verschiedene Tools und den Online-Unterricht einlassen. Mit großer Initiative und Eigenverantwortung arbeiten die Lernenden aktiv bei den Online-Sitzungen mit. Dafür bin ich sehr dankbar und beeindruckt von so viel Engagement. Ich freue mich schon jetzt auf ein persönliches Wiedersehen mit meinen Schülerinnen und Schülern in der Schule, weil es hierfür keinen Ersatz durch digitale Tools geben kann.

Herr Lass

PS: Übrigens: …die Ergebnisse vom Wettbewerb kommen am 7. Mai.