Eröffnung Tape-Art Projekt | 13.09.2019

Am letzten Freitag, 13. September 2019, wurde in der 11:00 Uhr-Pause  das TapeArtBild der Künstlerin Anne Küchler „eingeweiht“. Im Kreis der Interessierten rätselte man ein wenig über das Motiv : Ist es ein Drache? Oder ein umgefallener Baum? Bei längerem Betrachten konnte man die Umrisse des Elbstroms erkennen – und natürlich das Logo unserer Schule – beides in symbolträchtiger Verschmelzung.

Initiatoren und Künstlerin
Ein Detail – Könnte es ein Kran sein?

Die TapeArt Kunst von Anne Küchler erzeugt auf kahlen Wänden mit relativ einfachen Mitteln  wirkungsvolle Motive, die dem Betrachter viel Raum für  eigene Interpretation und weiterführende Phantasie lassen. Aber lassen wir im Folgenden die Künstlerin  selber zu Worte kommen:

Mein künstlerisches Arbeiten lässt sich unter dem Begriff der TapeArt fassen, da ich mit Klebeband (tape) große, raumgreifende Wandzeichnungen anfertige. TapeArt kommt aus der Graffitikunst, die sich wesentlich mit der Aneignung des öffentlichen Raumes über Bilder,Schriftzüge und Zeichen auf Oberflächen befasst. Diese Art von Raumaneignung durch den Menschen bewegt sich bekanntlich zwischen den Polen Vandalismus und Kunst, ist äußerst vielfältig und unterschiedlich motiviert und sie ist eine sehr alte Ausdrucksform.
Schon im Mittelalter haben Menschen Spuren, Zeichen und Schriftzüge in Hausfassaden geritzt und so Lebenswirklichkeit zum Ausdruck gebracht, die bis heute anhand von Artefakten nachvollzogen werden kann. Und auch heute gilt Graffiti in der Forschung als Barometer für politische und soziale Stimmung.
Für mich ist Kunst im öffentlichen Raum vor allem Spiel, mal mit den einfachsten Mitteln, mal hochkomplex, immer darauf aus der eigenen Lebenswirklichkeit Ausdruck zu verleihen und einen Eindruck zu hinterlassen. Dieses Spiel verändert das Stadtbild, erobert entlegene Ecken oder will mittendrin wirken. Der Pariser Graffitikünstler Saio hat das so formuliert: this is a definition of graffiti/ to play with the city/ to play with all the parameters/ who constitute the city/ the subway/ theunderground/ the rooftops (Instagram: affenfaustgallerie).
Dieses Spiel steht dem stark durchgestalteten und reglementierten öffentlichen Raum skeptisch gegenüber, will Platz, will sich entfalten, will Oberfläche sein für den Mensch, der darin lebt und wirkt. Das Spiel findet dabei zwischen den unterschiedlichen Menschen statt, die Raum bewohnen und gestalten, und es geschieht zwischen dem Mensch und dem Raum selbst. Im Innenraum existiert dieses Spiel der Zeichen zum Beispiel in Form der TapeArt: Spiel mit Form und Farbe und das mit dem einfachsten Mittel,der Linie. Sie lässt sich mit dem Tape leicht ziehen und wieder rückgängig machen, erobert rasch und auf unangestrengte Weise große Räume,welche die BetrachterInnen dann neu erleben. Wand, Decke, Boden, alles wird vereinnahmt und so anders erlebbar, wobei die TapeArt ganz im Sinne des Spielgedankens experimentell und immer auf ihre Umgebung reagierend funktioniert, sei sie reduziert und super einfach oder verspielt,komplex und opulent.
In diesem Sinne eignet sie sich natürlich hervorragend für den schulischen Raum, trägt spontane Freude in einem Raum, der aufgrund starker Reglementierung steril und kalt wirken kann.
TAPEART als SCHULPROJEKT an der BS11


TapeArt ist das Mittel der Wahl, dem etwas entgegenzusetzen und eignet sich ausgezeichnet dazu, SchülerInnen aller Altersstufen, die Möglichkeit zu geben, “ihre Schule” zu gestalten.

SchülerInnen WORKSHOP TapeArt – 17., 18. und 19. März 2020 | jeweils 13.30 – 16.30 h | Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Melden Sie sich einfach bei Ihrem Klassenlehrerteam.

Damit die SchülerInnen eine Idee davon bekommen, was mit spontan experimentellem Handeln gemeint ist, soll im ersten Schritt die Wandzeichnung im Raum vor dem Sekretariat durch mich gestaltet werden. Die Anbringung meiner Wandzeichnung wird an drei Tagen erfolgen, was den Prozess für vorbeilaufenden SchülerInnen erfahrbar machen sowie einen Eindruck von meiner Kunst bieten soll. Im zweiten Schritt kann dann das künstlerisch-pädagogische Projekt mit den SchülerInnen im Treppenhaus umgesetzt werden.

Das Gesamtwerk