Archiv der Kategorie: Wirtschaftsanalysen der BS11-Banker

Wirtschaftsanalyse Februar 2019 | Zukunft der Aktienmärkte

Zu Jahresbeginn deutlicher Kursanstieg am Aktienmarkt. Die Frage lautet: Nur eine vorübergehende Kurserholung oder Beginn einer Trendwende ?      [Frank Held]

Heute wollen wir eine Zwischenbilanz zum Jahresstart an den Aktienmärkten ziehen. Dabei werden wir auch einen kurzen Blick auf die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen werfen.

Achtung! Zur aktuellen Brexitentwicklung gibt es noch
dieses Special, das laufend aktualisiert wird.
[Aktueller Stand: 10.02.2019]

Nach den deutlichen Kursverlusten insbesondere im letzten Quartal 2018, die für den deutschen Aktienmarkt gemessen am Aktienindex DAX zu einem Jahresverlust von knapp 20% geführt haben, ist es am Aktienmarkt mit Beginn des Jahres 2019 zu einer deutlichen Kurserholung gekommen.

Die regelmäßigen Wirtschaftsanalysen der BS11-Banker geben einen dezidierten Überblick über aktuelle volkswirtschaftliche und wirtschaftspolitische Aspekte. Sie entstehen teilweise unter der Mitarbeit der Schülerschaft, dienen als Unterrichtsmaterial im Berufsschulbereich und eignen sich sehr gut als Lektüre für alle wirtschaftspolitisch interessierten Leser. Hier kommen Sie zum Archiv der Wirtschaftsanalysen.

Und das, obwohl viele Ökonomen ihre Wachstumsprognosen für das Jahr 2019 weiterhin nach unten korrigieren. Nicht nur internationale Institutionen wie der IWF oder Bankanalysten, sondern auch die Politik geht mittlerweile von einem deutlich schwächeren Wachstum für das laufende Jahr aus. So rechnet beispielsweise die Bundesregierung für 2019 nur noch mit einem Wirtschaftswachstum in Deutschland von 1,0%. Vor einigen Monaten war man in Berlin noch von einem Wachstum von 1,8% ausgegangen.

Auch der IFO-Geschäftsklimaindex als weithin anerkannter Frühindikator ist das fünfte Mal in Folge gesunken und befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit 3 Jahren.
Ebenso zeigt die jüngste Unternehmensumfrage des deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), dass die konjunkturellen Bremsspuren in Deutschland unübersehbar sind. Vom DIHK wird insoweit für die deutsche Volkswirtschaft für 2019 nur noch ein Wachstum von 0,9% vorausgesehen. Als Ursache für den konjunkturellen Abschwung wird mehrheitlich der schwächelnde Export ausgemacht- der nach gerade bekannt gewordenen Zahlen 2018 zwar noch ein Rekordhoch erzielte – nun aber offenbar an Fahrt zu verlieren droht.

Es finden sich aber auch Volkswirte, die der Meinung sind, dass übertriebener Pessimismus für 2019 nicht angebracht ist und im Jahresverlauf die Konjunktur wieder anziehen wird. Sie verweisen dabei auf die absehbaren Lohnzuwächse, auf die Erhöhung des Kindergelds,…- all das sollte zu einer weiteren Zunahme der Verbrauchsausgaben der privaten Haushalte und damit zu einer weiter stabilen Binnenkonjunktur in Deutschland führen. Möglicherweise hellt sich der Konjunkturhimmel in Deutschland während des Jahres 2019 also wieder auf.

Aktuell lässt sich allerdings konstatieren, dass sich die deutsche Wirtschaft in einem Abschwung befindet – offen bleibt die Frage, wie stark dieser Abschwung ausfallen wird.
Und trotzdem haben sich die Aktienmärkte seit Jahresanfang deutlich erholt. Wie passt das zusammen ?

Bankexperten begründen diese Entwicklung wie folgt:

  • Die o.a. schwächeren Wirtschaftsprognosen waren von den Marktteilnehmern so erwartet worden, stellten somit keine negative Überraschung dar und waren – wie man sagt – durch die deutlichen Kursverluste Ende des vergangenen Jahres schon eingepreist
  • Die Bewertungen vieler Aktien (vor allem von einigen blue-chips) gemessen beispielweise am KGV waren Ende 2018 bedingt durch die deutlichen Kursrückgänge auf ein relativ moderates Niveau zurückgekommen.
  • Der Zinserhöhungszyklus in den USA könnte bald auslaufen oder zumindest in der Nähe seines oberen Wendepunktes angelangt sein. Und im Euro-Raum ist eine (erste)Zinserhöhung auch aufgrund der konjunkturellen Unsicherheit nicht in Sichtweite.
  • Die chinesische Regierung wird einer möglichen konjunkturellen Schwäche mit aller Kraft entgegenwirken.
  • Der Pessimismus vieler Anleger Ende 2018 und auch noch zu Beginn 2019 konnte als so genannter Kontraindikator interpretiert werden, d.h. überwiegt am Markt der Pessimismus so kann dies tendenziell als eine Grundlage für eine Kursstabilisierung gedeutet werden.

Auch wenn sich aufgrund der Kurserholung der letzten Wochen gerade auch die Stimmung der Anleger aufgehellt hat, so sehen doch einige Bankanalysten für den DAX noch Potenzial nach oben.
Dies allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die politischen Risiken wie der Handelskrieg zwischen USA und China bzw. zwischen USA und EU beherrschbar bleiben und es dort nicht zu einer Zuspitzung der Lage kommt. Auch ein weiterhin möglicher harter Brexit stellt eine Gefahr für die Wirtschaft und damit auch für die Aktienmärkte dar. Darüber hinaus müssen Anleger das Ausmaß der Abschwächung der chinesischen Wirtschaft im Auge behalten – der nach den USA weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft, deren Entwicklung nicht nur für die deutschen Autobauer von großer Bedeutung ist. Außerdem ist in den USA das Problem Government-Shutdown noch nicht endgültig gelöst.

Auch charttechnisch ist beim DAX die Kuh noch nicht vom Eis. Erst bei einem DAX-Stand zwischen 11.500 und 11.600 Punkten kann man davon sprechen, dass der Abwärtstrend des DAX nach oben durchbrochen ist – dies wäre dann aus Sicht der technischen Analyse wirklich ein starkes Signal. Beim aktuellen DAX-Stand handelt es sich deshalb bislang noch ausschließlich um eine – wenn auch deutliche – Kurserholung. Von einer Trendwende kann man aus charttechnischer Sicht dagegen (noch) nicht sprechen.

Fazit: Das Jahr 2019 hat an den großen internationalen Aktienmärkten und besonders auch am deutschen Aktienmarkt gut begonnen. Das macht Mut. Um eine Trendwende auszurufen ist es allerdings wahrscheinlich noch zu früh. Wenn die Politik die o.a. aufgeführten Konflikte jedoch pragmatisch löst und sich dadurch die gesamtwirtschaftlichen Perspektiven aufhellen, könnte auch aus fundamentaler Sicht tatsächlich eine Trendumkehr möglich sein. Sollten die wirtschaftlich relevanten internationalen Konflikte allerdings weiter eskalieren, haben wir es voraussichtlich leider nur mit einer vorübergehenden Kurserholung zu tun.

10. Februar 2019, Frank Held [BS11 Abteilung Banken]

Brexit – und nun? Teil I, II und III (neu)

Inhalt: Teil III (oben) und Teil II und I (weiter unten)

Teil III   Britische Premierministerin Theresa May zu Gesprächen in Brüssel, Dublin und Belfast
(Stand: 10.02.2019)

Die britische Regierungschefin Theresa May versucht in Gesprächen mit Vertretern der EU, der irischen Regierung sowie mit nordirischen Politikern Möglichkeiten zur Ergänzung des mit der EU verhandelten Austrittsabkommens auszuloten. Sie folgt damit dem Beschluss des britischen Unterhauses, das hinsichtlich des Austrittsabkommens mehrheitlich Nachverhandlungen mit der EU verlangt hatte.

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Wirtschaftsrück­blick 2018 & -ausblick 2019

Wirtschaftsrückblick 2018 und Versuch eines Ausblicks für 2019
(Beitrag von Frank Held, Abteilung Banken)

Achtung! Zur  aktuellen Brexitentscheidung
im Unterhaus gibt es noch dieses Special

Inhaltsübersicht zum Beitrag:

  1. Einleitung: Negative Überraschungen in 2018
  2. Konjunkturelle Entwicklung in Deutschland vor dem Hintergrund politischer Risiken
  3. Branchenentwicklung 2018: Automobilindustrie und Finanzsektor
  4. Die Finanzmärkte im Rückblick – und ein kleiner Blick nach vorn

Wirtschaftsrück­blick 2018 & -ausblick 2019 weiterlesen

Wirtschafts­analyse der Banker | Sept. 2018

An dieser Stelle wollen wir versuchen, einen kleinen Überblick zur aktuellen wirtschaftlichen Situation zu geben. Dabei werden wir schwerpunktmäßig auf aktuelle Krisen eingehen, die gegenwärtig zur Verunsicherung in der Wirtschaft führen.

I. Aktuelle Lage der Weltwirtschaft

Die regelmäßigen Wirtschaftsanalysen der BS11-Banker geben einen dezidierten Überblick über aktuelle volkswirtschaftliche und wirtschaftspolitische Aspekte. Sie entstehen teilweise unter der Mitarbeit der Schülerschaft, dienen als Unterrichtsmaterial im Berufsschulbereich und eignen sich sehr gut als Lektüre für alle wirtschaftspolitisch interessierten Leser. Hier kommen Sie zum Archiv der Wirtschaftsanalysen.

Trotz der aktuell bestehenden Unsicherheiten – Stichworte sind hier z.B. die noch nicht gelösten Handelskonflikte, die Krise um die Türkei bzw. die Krise einiger Schwellenländer, der näher rückende Brexit, die Ungewissheit hinsichtlich der Haushaltspolitik Italien,… entwickelt sich die Wirtschaft in Europa auf einem relativ stabilen Wachstumspfad. Die überaus zuversichtlichen Wachstumsprognosen für 2018 und 2019, insbesondere auch für die deutsche Volkswirtschaft, mussten zwar von den Forschungsinstituten leicht zurückgenommen werden. Trotz dieser Korrekturen wird gegenwärtig für die deutsche Wirtschaft für das laufende Jahr 2018 ein solides Wachstum von ca. 2 % erwartet. Wirtschafts­analyse der Banker | Sept. 2018 weiterlesen

Wirtschaftsrück­blick und Ausblick für 2018

Beitrag von Frank Held | BS11 | Januar 2018

Der Jahreswechsel liegt zwar nun schon eine gewisse Zeit zurück – trotzdem wollen wir an dieser Stelle die wirtschaftliche Entwicklung des vergangenen Jahres noch einmal im Rückspiegel betrachten sowie einen kleinen wirtschaftlichen Ausblick in das neue Jahr wagen.

A. Weltwirtschaft und wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland

Das vergangene Jahr ist aus weltwirtschaftlicher Perspektive betrachtet besser gelaufen als viele Experten erwartet hatten. Wirtschaftsrück­blick und Ausblick für 2018 weiterlesen

Wirtschaftsrück- und ausblick September 2017

von Frank Held – Berufsschule Bank BS11 – September 2017

Zu Beginn des neuen Schuljahres wollen wir wieder einen Blick in die Wirtschafts- und Finanzwelt werfen. Dazu werden wir versuchen, aktuelle Entwicklungen zu ausgewählten Themen der Volkswirtschaft/Gesamtwirtschaft, im Bereich einzelner Unternehmen sowie der Finanzmärkte zu skizzieren. Wirtschaftsrück- und ausblick September 2017 weiterlesen

Wirtschaftsrückblick Januar 2017

A. Gesamtwirtschaft/Geldpolitik

Deutsche Wirtschaft strotzt vor Kraft

  • Wachstum in Deutschland 2016 so hoch wie seit 5 Jahren nicht mehr. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg das BIP 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 1,9%. Treiber des Wachstums waren insbesondere der private und der staatliche Konsum sowie die Bauinvestitionen. Der Anstieg des Exports war erneut schwächer als im Vorjahr.
  • Der Industrie- und handelskammertag (DIHK) warnt allerdings vor zu viel Euphorie: Der deutsche Außenhandel steht angesichts weltwirtschaftlicher Unsicherheiten (Brexit, mögliche protektionistische Entwicklungen in den USA) vor Herausforderungen; auch ist der angesichts geringer Zinsen nur geringe Anstieg der Unternehmensinvestitionen bedenklich.
  • Deutscher Arbeitsmarkt: Erneute Zunahme der Beschäftigung in 2016 reflektiert die gute wirtschaftliche Lage in Deutschland. Arbeitslosenquote mit ca. 6 % weiterhin relativ niedrig. Arbeitseinkommen der Arbeitnehmer stiegen 2016 um durchschnittlich 3,6%; allerdings auch mehr Abzüge für Steuern und Sozialabgaben (+4,4%). Das durchschnittliche Bruttogehalt eines Arbeitnehmers betrug 2016 2.787 EUR (netto: 1.843 EUR)

EZB: Weiterhin expansive Geldpolitik im EURO-Raum

Der EZB-Rat hat auf seiner ersten Sitzung im neuen Jahr den expansiven geldpolitischen Kurs beibehalten. Die Leitzinsen bleiben unverändert bei 0,0%, der Einlagenzins bei -0,4%. Auch das Anleihekaufprogramm von 60 Mrd EUR monatlich wird unverändert fortgeführt. Im Vorfeld der EZB-Sitzung war insbesondere von deutschen Ökonomen vermutet worden, dass die EZB angesichts deutlich steigender Verbraucherpreisinflation in D (Dezember: + 1,7% zum Vorjahr) die geldpolitischen Zügel etwas anziehen könnte. Die EZB verweist allerdings auf den Preisanstieg in der gesamten Eurozone, der im Dezember 2016 mit 1,1 % deutlich niedriger als in D ausfiel und damit noch weiter entfernt von der angestrebten Zielmarke von 2% liegt

USA: Wirtschaft blickt mit Spannung auf die zukünftige Wirtschafts- und Finanzpolitik des neuen Präsidenten

In weiten Teilen der Wirtschaft herrscht Unsicherheit hinsichtlich der Wirtschafts- und Finanzpolitik von Donald Trump. Hoffnungen auf ein deutlich stärkeres Wachstum der US-Wirtschaft ausgelöst durch Steuersenkungen für die Wirtschaft und wirtschaftliche Impulse durch staatliche Infrastrukturprogramme wechseln sich ab mit Sorgen, dass die USA sich vom Freihandel abwenden könnte. Auch die Frage, inwieweit der neue Präsident eine veränderte Klimapolitik betreiben wird, beschäftigt die Ökonomen.

China: Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt im Jahr 2016 wie von der Regierung geplant in der Spanne zwischen 6,5 %und 7,0%

Umbau der chinesischen Wirtschaft in Richtung einer geringeren Abhängigkeit vom Export und einer Stärkung des Binnenmarktes schreitet voran Wachstum 2016 im Rahmen der Erwartungen.

B. Unternehmen

Deutsche Bank schließt Vergleich mit US-Behörden/Eventuell Teilbörsengang der Fondstochter

  • Die Deutsche Bank hat sich mit den US-Behörden auf Strafzahlungen in Höhe von insgesamt 6,8 Mrd USD geeinigt. Die Strafe bezieht sich auf Fehlverhalten der Bank in den Jahren vor und während der Finanzkrise. Damals hatten Investmentbanken, darunter auch die Deutsche Bank, sogenannte toxische Wertpapiere deutlich über Wert veräußert und damit Schäden in Milliardenhöhe verursacht
  • Im Zuge ihrer Konsolidierung möchte die Deutsche Bank eventuell ihre Fondstochter an die Börse bringen. Wie aus Finanzkreisen verlautet ist ein Telbörsengang der Deutschen Asset Management im Gespräch.

US-Banken: Hohe Gewinnzuwächse im Q4/2016

Nahezu alle großen US-amerikanischen Investmentbanken haben im letzten Quartal 2016 deutliche Gewinnzuwächse erzielt und die diesbezüglichen Erwartungen der Analysten weitgehend übertroffen. Die Zahlen zeigen erneut, dass die US-Banken die Folgen der Finanzkrise deutlich schneller überwunden haben als viele ihrer europäischen Konkurrenten

VW: Konzern kommt im Dieselskandal voran

Der größte deutsche Automobilkonzern kommt bei der juristischen Abarbeitung des Dieselskandals in den USA voran. Nach einem Vergleich bezüglich der Strafzahlungen an die Käufer von Dieselfahrzeugen ist jetzt auch eine Einigung hinsichtlich Schadensersatz für die US-Händler des Konzerns in Sicht.

  • Bislang relativ geringe Auswirkungen des Skandals auf den weltweiten Fahrzeugabsatz des Konzerns
  • Anleger reichen Schadenersatzklagen ein wegen möglichem Verstoß gegen WpHG.

HamburgSüd: Verkauf der zweitgrößten deutschen Reederei an den Branchenprimus Maersk.

Der Oetker-Konzern trennt sich von HamburgSüd. Die Reederei, seit Jahrzehnten im Eigentum der Familie Oetker, soll an die weltgrößte Reederei, die dänische Maersk, verkauft werden.

C. Finanzmärkte

Aktienmarkt: Die Rally nach der Rally-Kursrally nach Wahl von Donald Trump setzt sich offenbar fort. Dow Jones erstmalig über 20.000 Punkte. DAX auf Jahreshoch.

Die Aktienmärkte, die unerwartet euphorisch auf das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl reagiert hatten, setzen offenbar ihre Aufwärtsbewegung fort. Nach einer vorübergehenden Konsolidierung zu Beginn des Jahres hat der US-Leitindex Dow Jones nun erstmalig die 20.000 Punkte-Marke überwunden. Getrieben werden die Aktienmärkte von Hoffnungen auf ein stärkeres US-Wachstum. Sorgen wegen eventueller Einschränkungen des Freihandels werden aktuell offenbar hintenangestellt. Im Rahmen der Kursrally entwickelten sich in der jüngsten Vergangenheit insbesondere zyklische Werte (Industrie, Rohstoffe,….) und Finanzwerte positiv.

Anleihen/Rentenmärkte: Ist die Zinswende da ?

Ist das jetzt die Zinswende? Viele Analysten rechnen damit, dass der Rentenmarkt zumindest bei den langen Laufzeiten die niedrigsten Renditen gesehen hat und nunmehr eine Periode anziehender Renditen begonnen hat Begründet wird diese Erwartung damit, dass die angekündigte Finanzpolitik des neuen US-Präsidenten tendenziell zur höheren Inflationsraten und damit zu Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed führen wird. Höhere Renditen gehen am Rentenmarkt Hand in Hand mit fallenden Kursen.

Devisenmarkt : USD profitiert von der Erwartung höherer US-Zinsen

Die bereits angesprochene Erwartung, dass unter einem Präsidenten Trump die UDS-Zinsen steigen könnten, haben den USD zu den meisten Währungen aufwerten lassen. Auch zum EUR wertete der USD bis zu Kursen von ca, 1,05 USD/EUR auf. Mittlerweile äußert sich die neue US-Regierung zunehmend kritisch zur Stärke der eigenen Währung. Hintergrund: Ein zu starker USD könnte die beabsichtige Wachstumsbeschleunigung der US-Wirtschaft gefährden.

Rohstoffe/Ölmarkt: Aufwärtstendenzen bei vielen Rohstoffen und auf dem Ölmarkt

Die Hoffnung auf ein deutliches Anziehen der US-Wirtschaft hat die Preise für viele Rohstoffe steigen lassen. Auch der Ölpreis, der Anfang 2016 noch auf ein Tief von unter 30,00 USD/Barrel gefallen war, hat seine Aufwärtsbewegung fortgeführt und sich bei Preisen über 50,00 USD etabliert. Ursache für den Preisanstieg ist u.a. auch die geänderte Politik der OPEC. Das Ölkartell hat sich unerwartet geeinigt, die Ölförderung zu begrenzen.

Edelmetalle/Gold: Erwartung höherer Zinsen belastet Edelmetalle

Die Anlage in Edelmetalle bringt keine regelmäßigen Zins- oder Dividendenerträge. In Zeiten sehr niedriger Zinsen spielt dieser Aspekt für Anleger nur eine geringe Rolle; sollten allerdings die Zinsen wieder steigen vermindert dies zu einem gewissen Grad die Attraktivität von Gold. U.a. aus diesem Grund war der Goldpreis in den letzten Monaten auf dem Rückzug.

[Bericht: Frank Held, BS11-Abteilung Banken]

Es ist Trump! – BS11 zur Reaktion der Wirtschaft & Finanzmärkte

Stimmen aus der Wirtschaft

Sorgen vor einer protektionistischen Politik der USA stehen im Mittelpunkt der Reaktionen aus der Wirtschaft auf das Wahlergebnis in den USA. Eine Wirtschaftspolitik, die den Freihandel einschränkt und damit den Welthandel insgesamt belastet, würde die Entwicklung der deutschen Wirtschaft negativ beeinflussen. Es ist Trump! – BS11 zur Reaktion der Wirtschaft & Finanzmärkte weiterlesen

Wirtschaftsrückblick Oktober 2016

Eine Auswahl von Informationen aus der Wirtschafts- und Finanzwelt – heute zusätzlich mit einem Kurzbericht über die aktuelle Entwicklung am deutschen Immobilienmarkt.

Viel Spaß beim Lesen und vielen Dank für das Interesse !
Ihr Frank Held (BS11)

I. Gesamtwirtschaft

Prognose: Deutsche Wirtschaft wächst 2016 voraussichtlich etwas stärker als erwartet

  • Bundesregierung und einige Bankvolkswirte heben Prognosen für das deutsche BIP für 2016 leicht an. Neue Prognosen gehen von 1,7% oder 1,8% Wachstum für 2016 aus. Für 2017 werden wegen eventuell schwächerem Welthandel/Export die Prognosen leicht zurückgenommen (Bundesregierung erwartet für 2017 nunmehr 1,4% Wachstum)
  • Konsum und staatliche Ausgaben stützen wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland; Investitionen der Unternehmen eher schwach, Exportentwicklung unsicher
  • Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland stabil
  • Wirtschaft hat allerdings etwas Sorgen wegen lahmender Weltkonjunktur und eventuell steigender Rohstoffpreise

Arbeitsmarkt in Deutschland robust: Geringste Arbeitslosigkeit im Euroraum Wirtschaftsrückblick Oktober 2016 weiterlesen