BS11 News | Juni 2016

Liebe Schülerinnen und Schüler:
Dieses ist die 1. Ausgabe der BS11-News. Hier schreiben Schüler für Schüler. Drei Beiträge findet ihr in dieser Ausgabe – aus der Berufsschule, aus dem Beruflichen Gymnasium und aus der BVJ(M)-Abteilung.
Wir möchten Euch ermutigen, an der neuen digitalen Schülerzeitung der BS11 mitzumachen, sei es mit kleinen Texten, Fotos, Videos, Grafiken, aber auch mit Ideen und mit konstruktiven Kritiken. Wendet Euch einfach an das Web-Team im Lehrerzimmer der BS11. Weitere Infos findet ihr auf dem Flyer.
Mette Seifert – HH, 8. Juni 2016

Der interne Schüleraustausch

Ein sehr zentrales Thema in den Medien sind zurzeit Meldungen über geflüchtete Menschen. So wie viele, stellten auch wir uns die Frage, wer diese Menschen sind und wollten Kontakte knüpfen.

Wir (Lukas, Leonie und Johanna) machen alle auf dieser Schule eine Ausbildung mit dem Schwerpunkt Versicherungen und Finanzen.
Unsere Lehrerin Frau Seifert, die bei uns Versicherungslehre unterrichtet, hat uns schon oft von „ihrer“ Migrantenklasse erzählt und von ihnen geschwärmt. In dieser Klasse half sie in der Zeit auf eine Deutsch-Zertifikatsprüfung vorzubereiten. Da wir großes Interesse hatten, ihre Klasse  kennenzulernen, fragte sie kurzerhand nach, ob wir als Besucher vorbeikommen  dürfen. Ihre Klasse stimmte zu und am 28. April 2016 durften wir dann endlich einen uns noch unbekannten Teil von unserer Schülerschaft  kennenlernen.

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Berufsschüler der Versicherungsabteilungen helfen  BVJM-Schülern.

Alle begrüßten uns sehr freundlich und mit einem breiten Lächeln auf den Lippen. Dies steigerte unsere Freude und Motivation gemeinsam am Arbeitsauftrag  zu arbeiten.  Die Aufgabe war es,  einen 5-minütigen Vortrag mit einem anschaulichen Medium zu erstellen. Hiermit sollten die Deutschkenntnisse vor einem Prüfungskomitee unter Beweis gestellt werden. Anfänglich hatten wir ein paar Bedenken vor möglichen Sprachbarrieren, welche sich jedoch als unnötige Befürchtungen herausstellten. So fiel uns  der Kontakt viel leichter und wir konnten mit kleinen aber entscheidenden Tipps  gut weiterhelfen.

Mit PowerPoint und Plakaten arbeiteten die Schüler eine gegliederte Präsentation zu einem Thema ihrer Wahl aus. Neben Sportlern und Musik war besonders auch das Herkunftsland ein beliebtes Thema. Wir durften hierbei vieles über die Vergangenheit unserer Mitschüler erfahren und es war spannend zu sehen, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es zu unserem Heimatland  Deutschland gibt.

In diesen zwei Stunden konnten wir vielen helfen, ihren Vortrag noch ein wenig zu perfektionieren. Unsere Hilfe wurde offen und dankend angenommen. Was uns aber noch viel mehr freut, ist, dass wir so nette und lustige Menschen kennenlernen durften.

Wir freuen uns, dass so viele von ihnen  die mündlichen Prüfungen bestanden haben und hoffen, dass nicht nur wir, sondern auch andere  die Möglichkeit nutzen, unsere neuen Mitschüler besser kennenzulernen und sie herzlich  willkommen  zu heißen.

Lukas, Leonie und Johanna [I15/03]

 

Freiheit

Freiheit-BVJM-2016
Freiheit heißt auch Gedankenfreiheit.

Wenn ich selber entscheiden kann, dann ist das für mich Freiheit. Zum Beispiel, was ich trinken will oder essen oder wo ich sein will. Ob ich spazieren gehe oder im Bett liege. Wer mein Freund sein soll. Ich bin 17 und ich brauche diese Freiheit.

In Afghanistan sagen viele: Ein Moslem muss immer daran denken, was er in diesem Leben für das nächste Leben machen kann. In diesem Leben soll er gute Sachen für das nächste Leben sammeln. Er soll seine Kinder streng nach der Religion erziehen, beten, fasten, mehr und mehr, wie Geld, das man spart.

Das Leben ist wie eine Reise. Wer eine Reise machen will, der muss überlegen, was er in die Zukunft mitnehmen will. In der Religion soll man an die Reise in die nächste Welt denken, die Welt nach dem Tod. Wir haben es so gelernt. Und das kann man nicht löschen.

Aber seit ich in Deutschland bin, denke ich oft an das, was ich in diesem Leben für mich machen kann. Ich muss nicht immer an das nächste Leben denken. Ich kann meine Zukunft für dieses Leben planen. Das bedeutet für mich Gedankenfreiheit.

Armin [Schüler der BVJM, 17 Jahre alt, aus Afghanistan, seit 18 Monaten in Deutschland]

 

Polenaustausch 08.05. – 13.05.2016

Unsere Schule organisiert schon seit mehreren Jahren einen Schüleraustausch zwischen Schülern aus Polen (Mragowo) und unserer Schule Zwei Lehrer unserer Schule hatten für dieses Jahr das 6-tägige  Besuchsprogramm für Hamburg entwickelt. Hierzu meldete ich mich an und freute mich auf die Woche mit meiner Austauschschülerin.

Austauschschülerin aus Polen
Meine Gastschülerin Aleksandra

Am Sonntag, den 08.05.2016 kam meine Austauschschülerin am ZOB in Hamburg an. Ich holte sie um 6 Uhr morgens dort ab und fuhr im Anschluss mit ihr zu mir nach Hause. Sie hat die ganze Woche über bei mir gewohnt. Ihr Name ist Aleksandra und sie ist 17 Jahre alt. Sie ist sehr sportbegeistert und wohnt mit ihren Eltern und Geschwistern zusammen in Mragowo. Freunde von ihr haben ebenfalls am Austausch teilgenommen. Was hatten wir uns zu erzählen? Na ja, über ihre Schule haben wir uns nicht so sehr unterhalten. Aber wir haben uns persönlich sehr gut verstanden, obwohl wir rein auf Englisch miteinander kommunizieren „mussten“, da sie kein Deutsch spricht. Anfangs war sie noch sehr aufgeregt, aber später hat sich das schnell gelegt  und wir konnten relaxt ins geplante Programm der Schule starten.

Neben dem offiziellen Programm hat sich ein Teil der Gruppe auch in der freien Zeit getroffen. Wir hatten zum Glück viel Freizeit, die wir mit unseren Gastschülern verbringen konnten. Ich war in einer netten „Clique“ mit 5 Hamburger Teilnehmern und 5 Gastschülern.  An den meisten Tagen sind wir in die Innenstadt gefahren, haben uns die Hamburger Sightseeing-Hightlights angesehen oder waren dort shoppen.

Impressionen von den Ausflügen
Impressionen von unseren gemeinsamen Ausflügen

An einem Tag waren wir an der Alster und sind anschließend Tretboot gefahren. Zusätzlich haben wir die Freizeit genutzt, um mit unseren Gastschülern essen zu gehen. Das Essen hier in Hamburg hat ihnen sehr geschmeckt. Die Austauschschüler wollten das Tretbootfahren sehr gerne wiederholen, doch leider hatten wir dazu am Ende der Woche nicht mehr genügend Zeit. Leider ging die Zeit sehr schnell rum. Meiner Meinung nach hätte der Austausch noch längern dauern können. Dieses Projekt ist eine sehr gute Sache, da wir sehr viel gemeinsam in der wunderschönen Stadt Hamburg unternommen haben. Und dazu kam auch noch das fantastische Wetter! Die Kommunikation zwischen mir und meiner Gastschülerin verlief sehr gut und wir haben uns sehr gut verstanden. Aleksandra fand Hamburg sehr schön, groß und lebendig. Sie wäre sehr gerne länger hier geblieben und möchte wieder zum Besuch kommen, was mich sehr gefreut hat. Meine Freunde und ich wollen im Sommer/Herbst nach Mragowo fahren, um uns alle wiederzusehen.

Abschließend möchte ich sagen, dass uns allen der Austausch viel Spaß gemacht hat, vor allem auch, weil sich uns neue „Horizonte“ eröffnet haben. Man lernt neue Leute kennen, kommuniziert mit den Gastschülern in einer Fremdsprache, lebt mit ihnen zusammen und unternimmt tolle Aktivitäten. Ich würde an diesem Projekt immer wieder teilnehmen und bin froh, dass ich mich für diesen Schüleraustausch entschieden hatte.

Neele Petersen [BG 17/6]