Berlin-Fahrt einer Migrantenklasse

15 Schüler, 2 Lehrer und 11 Nationen zu Besuch in der Hauptstadt

„Wir möchten gern ein paar Tage mit der Klasse wegfahren!“ so der Wunsch der Berufsvorbereitungsklasse für junge Migranten (BV15/2). Gesagt, getan. Die Idee einer kurzen Klassenfahrt war geboren!

Schnell einigte sich die Klasse auf das Ziel „Berlin“. „Wenn wir in Deutschland leben, müssen wir auch die Hauptstadt kennen“, so die Begründung der Schüler. Ein plausibles Argument!

Die Vorfreude war groß und äußerte sich in Aussagen wie zum Beispiel „wenn wir in Berlin sind können wir endlich sagen, dass wir aus Hamburg kommen“ (und nicht aus Syrien, Afghanistan, Italien, etc.).

Am 23.05.2016 war es dann soweit. Um 08.00 Uhr ging es bei Regen und mäßigen Temperaturen mit dem Bus los nach Berlin. Bei gefühlten 30 Grad kamen wir gegen Mittag am Alexanderplatz an. Gern hätten wir sofort unsere Hamburger wetterfeste Kleidung durch etwas Luftiges ausgetauscht – doch erstmal stand der ca. 2 Kilometer lange Fußmarsch zum Hostel an. Der Regenschirm wurde zum Sonnenschirm umfunktioniert und das Motto lautete „bloß nicht den Anschluss verlieren! Herr Hutterer rennt uns sonst davon!“

Kaum zu glauben, aber nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir mit jammernden Schülern (hier gibt es scheinbar keine internationalen Unterschiede ;-)) und geschafften Lehrern im Hostel an.

Angekommen - Ausruhen im Hostel
Endlich angekommen – erstmal ein bisschen relaxen im Hostel.

Endlich war Zeit zum Essen und Ausruhen! Danach ging es auf eine erste Erkundungstur (Brandenburger Tor, Reichstag, Holocaust-Mahnmal, Mall of Berlin). Der Abend endete mit einem gemeinsamen Essen in einem arabischen Restaurant.

Beim Frühstück am nächsten Morgen war eines schnell klar: Die Schüler hatten eine lange Nacht hinter sich, aber auch eine neue Erkenntnis gewonnen: „In Berlin sagt man „Alder“ und nicht „Digga“. Na gut. Vielleicht auch eine nützliche Information ;-).

Nach einer Bootstour auf der Spree erwachten die Schüler langsam wieder zum Leben und suchten nach den schönsten Fotomotiven. Am Nachmittag stand ein Besuch (inklusive Vortrag) im deutschen Bundestag an. Die anfängliche Skepsis nach dem Motto „was sollen wir hier machen?“, wich schnell einem großen Interesse an der deutschen Politik. Hierzu trugen mit Sicherheit auch der nette Empfang und der interessante Vortrag bei.

Den anschließenden Restaurantbesuch organisierten die Schüler. Wir landeten in einem persischen Restaurant und genossen die traditionelle Küche. Satt und zufrieden (Ein Schüler äußerte: „Das habe ich das letzte Mal vor 4 Jahren bei meiner Mutter in Afghanistan gegessen“) ging es zurück ins Hostel. Mit einer kleinen List konnten wir die Schüler zu einem Verdauungsspaziergang überreden. Somit schlenderten wir auf der Straße „Unter den Linden“ an den verschiedenen Denkmälern vorbei und erreichten schließlich das Hostel, wo die Schüler ihr Abendprogramm starteten.

Der Checkout um 10 Uhr am nächsten Morgen war wohl das einzig ärgerliche an der Klassenfahrt. Die Hoffnung der Schüler, dass sie nach dem Frühstück noch einmal eine Pause in ihren Zimmern einlegen könnten, verflog schnell. Gott sei Dank fanden die Schüler jedoch nach einer kurzen Bahnfahrt zu ihrer gewohnten Lebendigkeit zurück, bewunderten interessiert die East-Side-Gallery und informierten sich über die geschichtlichen Hintergründe der Berliner Mauer.

Weiter ging des zum Kurfürstendamm, wo die Schüler die letzten Stunden bis zur Abfahrt verbringen konnten.

Der Abschied
Berlin 2016 – das war fürs uns eine tolle Fahrt.

Schließlich ging es mit dem Bus wieder nach Hamburg und eine tolle (leider viel zu kurze) Klassenfahrt endete.

„Berlin ist schön, aber Hamburg ist unser zu Hause.“! Ein rührendes Fazit von einem unserer Schüler.

[Autorin:   Mette Seifert]