Archiv der Kategorie: Monatsanalysen der BS11-Banker

Wirtschaftsrück- und ausblick September 2017

von Frank Held – Berufsschule Bank BS11 – September 2017

Zu Beginn des neuen Schuljahres wollen wir wieder einen Blick in die Wirtschafts- und Finanzwelt werfen. Dazu werden wir versuchen, aktuelle Entwicklungen zu ausgewählten Themen der Volkswirtschaft/Gesamtwirtschaft, im Bereich einzelner Unternehmen sowie der Finanzmärkte zu skizzieren. Wirtschaftsrück- und ausblick September 2017 weiterlesen

Wirtschaftsrückblick Januar 2017

A. Gesamtwirtschaft/Geldpolitik

Deutsche Wirtschaft strotzt vor Kraft

  • Wachstum in Deutschland 2016 so hoch wie seit 5 Jahren nicht mehr. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg das BIP 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 1,9%. Treiber des Wachstums waren insbesondere der private und der staatliche Konsum sowie die Bauinvestitionen. Der Anstieg des Exports war erneut schwächer als im Vorjahr.
  • Der Industrie- und handelskammertag (DIHK) warnt allerdings vor zu viel Euphorie: Der deutsche Außenhandel steht angesichts weltwirtschaftlicher Unsicherheiten (Brexit, mögliche protektionistische Entwicklungen in den USA) vor Herausforderungen; auch ist der angesichts geringer Zinsen nur geringe Anstieg der Unternehmensinvestitionen bedenklich.
  • Deutscher Arbeitsmarkt: Erneute Zunahme der Beschäftigung in 2016 reflektiert die gute wirtschaftliche Lage in Deutschland. Arbeitslosenquote mit ca. 6 % weiterhin relativ niedrig. Arbeitseinkommen der Arbeitnehmer stiegen 2016 um durchschnittlich 3,6%; allerdings auch mehr Abzüge für Steuern und Sozialabgaben (+4,4%). Das durchschnittliche Bruttogehalt eines Arbeitnehmers betrug 2016 2.787 EUR (netto: 1.843 EUR)

EZB: Weiterhin expansive Geldpolitik im EURO-Raum

Der EZB-Rat hat auf seiner ersten Sitzung im neuen Jahr den expansiven geldpolitischen Kurs beibehalten. Die Leitzinsen bleiben unverändert bei 0,0%, der Einlagenzins bei -0,4%. Auch das Anleihekaufprogramm von 60 Mrd EUR monatlich wird unverändert fortgeführt. Im Vorfeld der EZB-Sitzung war insbesondere von deutschen Ökonomen vermutet worden, dass die EZB angesichts deutlich steigender Verbraucherpreisinflation in D (Dezember: + 1,7% zum Vorjahr) die geldpolitischen Zügel etwas anziehen könnte. Die EZB verweist allerdings auf den Preisanstieg in der gesamten Eurozone, der im Dezember 2016 mit 1,1 % deutlich niedriger als in D ausfiel und damit noch weiter entfernt von der angestrebten Zielmarke von 2% liegt

USA: Wirtschaft blickt mit Spannung auf die zukünftige Wirtschafts- und Finanzpolitik des neuen Präsidenten

In weiten Teilen der Wirtschaft herrscht Unsicherheit hinsichtlich der Wirtschafts- und Finanzpolitik von Donald Trump. Hoffnungen auf ein deutlich stärkeres Wachstum der US-Wirtschaft ausgelöst durch Steuersenkungen für die Wirtschaft und wirtschaftliche Impulse durch staatliche Infrastrukturprogramme wechseln sich ab mit Sorgen, dass die USA sich vom Freihandel abwenden könnte. Auch die Frage, inwieweit der neue Präsident eine veränderte Klimapolitik betreiben wird, beschäftigt die Ökonomen.

China: Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt im Jahr 2016 wie von der Regierung geplant in der Spanne zwischen 6,5 %und 7,0%

Umbau der chinesischen Wirtschaft in Richtung einer geringeren Abhängigkeit vom Export und einer Stärkung des Binnenmarktes schreitet voran Wachstum 2016 im Rahmen der Erwartungen.

B. Unternehmen

Deutsche Bank schließt Vergleich mit US-Behörden/Eventuell Teilbörsengang der Fondstochter

  • Die Deutsche Bank hat sich mit den US-Behörden auf Strafzahlungen in Höhe von insgesamt 6,8 Mrd USD geeinigt. Die Strafe bezieht sich auf Fehlverhalten der Bank in den Jahren vor und während der Finanzkrise. Damals hatten Investmentbanken, darunter auch die Deutsche Bank, sogenannte toxische Wertpapiere deutlich über Wert veräußert und damit Schäden in Milliardenhöhe verursacht
  • Im Zuge ihrer Konsolidierung möchte die Deutsche Bank eventuell ihre Fondstochter an die Börse bringen. Wie aus Finanzkreisen verlautet ist ein Telbörsengang der Deutschen Asset Management im Gespräch.

US-Banken: Hohe Gewinnzuwächse im Q4/2016

Nahezu alle großen US-amerikanischen Investmentbanken haben im letzten Quartal 2016 deutliche Gewinnzuwächse erzielt und die diesbezüglichen Erwartungen der Analysten weitgehend übertroffen. Die Zahlen zeigen erneut, dass die US-Banken die Folgen der Finanzkrise deutlich schneller überwunden haben als viele ihrer europäischen Konkurrenten

VW: Konzern kommt im Dieselskandal voran

Der größte deutsche Automobilkonzern kommt bei der juristischen Abarbeitung des Dieselskandals in den USA voran. Nach einem Vergleich bezüglich der Strafzahlungen an die Käufer von Dieselfahrzeugen ist jetzt auch eine Einigung hinsichtlich Schadensersatz für die US-Händler des Konzerns in Sicht.

  • Bislang relativ geringe Auswirkungen des Skandals auf den weltweiten Fahrzeugabsatz des Konzerns
  • Anleger reichen Schadenersatzklagen ein wegen möglichem Verstoß gegen WpHG.

HamburgSüd: Verkauf der zweitgrößten deutschen Reederei an den Branchenprimus Maersk.

Der Oetker-Konzern trennt sich von HamburgSüd. Die Reederei, seit Jahrzehnten im Eigentum der Familie Oetker, soll an die weltgrößte Reederei, die dänische Maersk, verkauft werden.

C. Finanzmärkte

Aktienmarkt: Die Rally nach der Rally-Kursrally nach Wahl von Donald Trump setzt sich offenbar fort. Dow Jones erstmalig über 20.000 Punkte. DAX auf Jahreshoch.

Die Aktienmärkte, die unerwartet euphorisch auf das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl reagiert hatten, setzen offenbar ihre Aufwärtsbewegung fort. Nach einer vorübergehenden Konsolidierung zu Beginn des Jahres hat der US-Leitindex Dow Jones nun erstmalig die 20.000 Punkte-Marke überwunden. Getrieben werden die Aktienmärkte von Hoffnungen auf ein stärkeres US-Wachstum. Sorgen wegen eventueller Einschränkungen des Freihandels werden aktuell offenbar hintenangestellt. Im Rahmen der Kursrally entwickelten sich in der jüngsten Vergangenheit insbesondere zyklische Werte (Industrie, Rohstoffe,….) und Finanzwerte positiv.

Anleihen/Rentenmärkte: Ist die Zinswende da ?

Ist das jetzt die Zinswende? Viele Analysten rechnen damit, dass der Rentenmarkt zumindest bei den langen Laufzeiten die niedrigsten Renditen gesehen hat und nunmehr eine Periode anziehender Renditen begonnen hat Begründet wird diese Erwartung damit, dass die angekündigte Finanzpolitik des neuen US-Präsidenten tendenziell zur höheren Inflationsraten und damit zu Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed führen wird. Höhere Renditen gehen am Rentenmarkt Hand in Hand mit fallenden Kursen.

Devisenmarkt : USD profitiert von der Erwartung höherer US-Zinsen

Die bereits angesprochene Erwartung, dass unter einem Präsidenten Trump die UDS-Zinsen steigen könnten, haben den USD zu den meisten Währungen aufwerten lassen. Auch zum EUR wertete der USD bis zu Kursen von ca, 1,05 USD/EUR auf. Mittlerweile äußert sich die neue US-Regierung zunehmend kritisch zur Stärke der eigenen Währung. Hintergrund: Ein zu starker USD könnte die beabsichtige Wachstumsbeschleunigung der US-Wirtschaft gefährden.

Rohstoffe/Ölmarkt: Aufwärtstendenzen bei vielen Rohstoffen und auf dem Ölmarkt

Die Hoffnung auf ein deutliches Anziehen der US-Wirtschaft hat die Preise für viele Rohstoffe steigen lassen. Auch der Ölpreis, der Anfang 2016 noch auf ein Tief von unter 30,00 USD/Barrel gefallen war, hat seine Aufwärtsbewegung fortgeführt und sich bei Preisen über 50,00 USD etabliert. Ursache für den Preisanstieg ist u.a. auch die geänderte Politik der OPEC. Das Ölkartell hat sich unerwartet geeinigt, die Ölförderung zu begrenzen.

Edelmetalle/Gold: Erwartung höherer Zinsen belastet Edelmetalle

Die Anlage in Edelmetalle bringt keine regelmäßigen Zins- oder Dividendenerträge. In Zeiten sehr niedriger Zinsen spielt dieser Aspekt für Anleger nur eine geringe Rolle; sollten allerdings die Zinsen wieder steigen vermindert dies zu einem gewissen Grad die Attraktivität von Gold. U.a. aus diesem Grund war der Goldpreis in den letzten Monaten auf dem Rückzug.

[Bericht: Frank Held, BS11-Abteilung Banken]

Es ist Trump! – BS11 zur Reaktion der Wirtschaft & Finanzmärkte

Stimmen aus der Wirtschaft

Sorgen vor einer protektionistischen Politik der USA stehen im Mittelpunkt der Reaktionen aus der Wirtschaft auf das Wahlergebnis in den USA. Eine Wirtschaftspolitik, die den Freihandel einschränkt und damit den Welthandel insgesamt belastet, würde die Entwicklung der deutschen Wirtschaft negativ beeinflussen. Es ist Trump! – BS11 zur Reaktion der Wirtschaft & Finanzmärkte weiterlesen

Wirtschaftsrückblick Oktober 2016

Eine Auswahl von Informationen aus der Wirtschafts- und Finanzwelt – heute zusätzlich mit einem Kurzbericht über die aktuelle Entwicklung am deutschen Immobilienmarkt.

Viel Spaß beim Lesen und vielen Dank für das Interesse !
Ihr Frank Held (BS11)

I. Gesamtwirtschaft

Prognose: Deutsche Wirtschaft wächst 2016 voraussichtlich etwas stärker als erwartet

  • Bundesregierung und einige Bankvolkswirte heben Prognosen für das deutsche BIP für 2016 leicht an. Neue Prognosen gehen von 1,7% oder 1,8% Wachstum für 2016 aus. Für 2017 werden wegen eventuell schwächerem Welthandel/Export die Prognosen leicht zurückgenommen (Bundesregierung erwartet für 2017 nunmehr 1,4% Wachstum)
  • Konsum und staatliche Ausgaben stützen wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland; Investitionen der Unternehmen eher schwach, Exportentwicklung unsicher
  • Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland stabil
  • Wirtschaft hat allerdings etwas Sorgen wegen lahmender Weltkonjunktur und eventuell steigender Rohstoffpreise

Arbeitsmarkt in Deutschland robust: Geringste Arbeitslosigkeit im Euroraum Wirtschaftsrückblick Oktober 2016 weiterlesen

Europa – Wohin?

Wir, als Wirtschaftsschule mit englischsprachigem Wirtschaftszweig, als anglo-affine Hamburger und als Europäer, bedauern zutiefst den Austritt GBs aus Europa – das sei erstmal vorangestellt. Aber auch bei uns an der BS11 wird das Thema durchaus unterschiedlich bewertet. Sortiert man die Meinungen vor Ort und die Tausenden von Statements in den Medien, stößt man im Grunde auf 3 Kernfragen, die die Diskussion beherrschen:

  • Warum nur konnte es zum Brexit kommen?
  • Was sind die Folgen für uns?
  • Was kann die Politik jetzt machen?

Die Thematik ist allerdings derart komplex, dass wir uns darauf beschränken, einige umstrittene Aspekte näher zu beleuchten. Europa – Wohin? weiterlesen

Wirtschaftsrückblick April 2016

Was gibt es seit unserem letzten Bericht Neues in der Welt der Wirtschaft? Natürlich sehr viel. Hier einige ausgewählte Informationen zu den aktuelleren Entwicklungen im Bereich Wirtschaft und Finanzen. Einige Aspekte aus dem letzten Wirtschaftsrückblick haben wir – dem besseren Verständnis sowie der weiterhin bestehenden Aktualität wegen- belassen. Ausdrücklich möchten wir auf den Text von Rouven Daniel und Sanam Hothi hinweisen. Die zwei angehenden Bankkaufleute, Schüler der BS 11, haben einen sehr fundierten wirtschaftlichen Ausblick auf 2016 mit besonderen Fokus auf die chinesische Wirtschaft gegeben, den wir auf der Home-Page unserer Schule gerne plaziert haben. Wirtschaftsrückblick April 2016 weiterlesen

Wirtschaftsanalyse 2016 | Schwerpunkt China

Diese Wirtschaftsanalyse widmet sich schwerpunktmäßig dem Theme „China“ und wurde verfasst von den Banken-Berufsschülern Rouven Daniel und Sanam Hothi aus der B 15/61.

Nach langem Boom mit u.a. zweistelligen Zuwachsraten will die Regierung nun mit einem neuen 5-Jahres-Plan Chinas Wirtschaftspolitik verändern. Demnach soll so eine nachhaltige und qualitativ bessere Entwicklung der Wirtschaft gewährleistet werden. Dazu gehört auch, dass man das Wirtschaftsmodell, welches sich sehr auf den Export fokussiert, stärker auf die Binnenkonjunktur ausrichtet und den privaten Konsum ankurbelt. Die chinesische Regierung nimmt ein geringeres Wachstum für die nächsten Jahre damit in Kauf. Nachdem die chinesische Wirtschaft im Jahr 2015 die niedrigste Wachstumsrate seit 25 Jahren mit 6,9% hatte, strebt die chinesische Führung mit ihrem neuen 5-Jahres-Plan ein durchschnittliches Wachstum von 6,5% an. Wirtschaftsanalyse 2016 | Schwerpunkt China weiterlesen

Wirtschaftsrückblick März 2016

[Bericht: Frank Held, BS11] Was hat sich seit unserem letzten Wirtschaftsbericht an Entwicklungen ergeben? Die Unsicherheiten um Chinas Wirtschaft beschäftigen weiterhin die Akteure (auch wenn zumindest an den Finanzmärkten hier einiges an negativer Entwicklung schon eingepreist zu sein scheint), die Rohstoffpreise sind niedrig, die geopolitischen Risiken sind nach wie vor existent, … Aber es gibt auch Grund zur Hoffnung: Ein unter Führung der USA und Russland vereinbarter Waffenstillstand in Syrien, der bis heute zumindest weitgehend eingehalten wird, eventuell Bewegung in der Flüchtlingskrise, positive Entwicklungen und damit eine gewisse Entwarnung wenn vielleicht auch nur vorübergehend hinsichtlich der US-Wirtschaft, sich eventuell stabilisierende Rohstoff- und Aktienmärkte,…
Deshalb wollen wir zumindest in einigen Passagen unseren Rück- und Ausblick an die aktuelle Entwicklung anpassen. Wirtschaftsrückblick März 2016 weiterlesen

Wirtschaftsanalysen aktualisiert

Aus gegebenem Anlass: Ein kurzfristig aktualisierter Wirtschaftsrückblick und -ausblick

Wirtschaftsanalysen der BS11-Banker:
Die regelmäßigen Wirtschaftsrückblicke und -ausblicke der BS11-Banker sind eine fundierte, gut verständliche und aktuelle Materialgrundlage für den Wirtschaftskundeunterricht sowohl in der Berufsschule als auch im Beruflichen Gymnasium. Schauen Sie mal hier.

Seit unserem letzten Bericht im Dezember 2015 hat sich einiges verändert: Die Fed hat ihre Zinsentscheidung getroffen, die Unsicherheiten um Chinas Wirtschaft sind eher größer geworden und sorgen für Wachstumsängste, der Ölpreis scheint ins Bodenlose zu fallen, der Nahe Osten ist leider weiterhin von einer friedlichen Lösung weit entfernt… Dies alles hat Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Börsen. Und deshalb müssen wir zumindest an einigen Stellen unseren Rück- und Ausblick an die aktuelle Entwicklung anpassen. (Beitrag v. Frank Held, Abt. Banken) Wirtschaftsanalysen aktualisiert weiterlesen

Wirtschaftsrückblick & Ausblick Dezember 2015

An dieser Stelle ein Rückblick auf die vergangenen Wochen mit ausgewählten Themen aus den Bereichen Wirtschaft, Finanzen und heute zusätzlich aus aktuellem Anlass der Energie-/Klimapolitik. Verbunden wird diese Rückschau mit dem Versuch eines kurzen Ausblicks auf mögliche Entwicklungstendenzen insbesondere an den Finanzmärkten.

Wirtschaftsrückblick & Ausblick Dezember 2015 weiterlesen